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„Wangen ist einfach eine Super-Sektion“

20.November.2012

Die diesjährige Generalversammlung der SP Wangen im Restaurant Bahnhof präsentierte sich als abwechslungsreicher Dreigänger. Zur Vorspeise machte der Präsident, Pascal Haussener, einen Rückblick auf das vergangene Jahr: Er erinnerte an den Mai-Markt mit dem Ballon-Wettbewerb, der sich einer so grossen Beliebtheit erfreute, dass zusätzliche Gasflaschen in aller Eile organisiert werden mussten, aber auch an das Spaghetti-Essen bei Maria Müller, das sich immer grösserer Beliebtheit erfreut. Auch das SP-Plauschfussball- Tournier, bei dem der Traktor Wangen deutlich besser Abschnitt als in der Vergangenheit blieb in bester Erinnerung. Ein grosser Dank ging auch an die zahlreichen Helferinnen und Helfer, die z.B. 85 Geburtstagskarten im letzten Jahr verschickt, zahlreiche Spitalbesuche abgestattet haben und vieles mehr.

Geschäftsleitung bestätigt, Iris und Cäsar Stampfli neue Ehrenmitglieder

R. Frizzoni und W. Ruesch haben die Kasse revidiert, die Versammlung folgte ihrem Antrag und genehmigte Revisions- und Kassenbericht einhellig. Die Kassiererin Bettina Widmer erntete auch viel Lob vom Präsidenten für die einwandfreie Buchführung. Die Geschäftslei- tungsmitglieder wurden mit Applaus wiedergewählt: Es sind dies nebst Bettina Widmer, Marlene Grieder und Liliane Studer als Beisitzerinnen, Pascal Haussener als Präsident und Claude Wagner als Vize-Präsident. Pascal Haussener ehrte für ihre herausragenden, lang- jährigen Dienste zum Wohle der SP Wangen Iris und Cäsar Stampfli. Sie seien leider von Wangen weggezogen und wurden deshalb mit grossem Applaus neu als Ehrenmitglieder aufgenommen. Cäsar Stampfli war ab 1961 über viele Jahre Gemeinderat, auch sei er Kan- tonsrat gewesen von 1969 bis 1977, so Haussener. Er habe viele Kommissionen präsidiert und habe unter anderem auch mitgewirkt, als die Musikschule gegründet worden sei. Iris Stampfli sei federführend in der Akquisition von neuen Mitgliedern gewesen und man habe stets mit ihrer Hilfe rechnen können. Dann übergab der Präsident das Wort. In ihrem Bericht schaute die SP-Gemeinderätin Marlene Grieder auf ein intensives Jahr zurück, sie habe die SP Wangen an über 40 Sitzungen oder Anlässen im vergangenen Jahr vertreten. Besonders strich sie die positive Entwicklung der MuKi-Deutsch-Kurse hervor, die ursprünglich einer
SP-Initiative zu verdanken seien, und nun von vielen Müttern mit Kindern sehr geschätzt würden. Eine grosse Herausforderung käme als Ressortchefin mit der Jugendförderung auf sie zu, es gäbe Handlungsbedarf bei den Jugend-Angeboten. Natürlich löste die kritische Finanzlage der Gemeinde (mit einer Nettoschuld von 7.1 Mio. und einer Pro-Kopf- Verschuldung von 1477 Fr. gemäss Budget 2012) eine intensive Diskussion aus. Viele Anwesende konnten nicht verstehen, wie ein Gemeinderat seine selbst gesetzten Finanzziele bei weitem und dies auch noch langfristig verfehlen könne, so der Tenor. Der Steuersatz wurde auf 119 % belassen, obwohl der Finanzierungsfehlbetrag über eine Million Franken beträgt und mit neuen Darlehen gedeckt werden müsse. Die SP Wangen wünscht sich in Zukunft eine viel nachhaltigere Finanzpolitik, die allen und nicht ein paar wenigen Wangne- rinnen und Wangner zugutekommt. Und somit erhofft sich die SP Wangen einen ähnlichen Erfolg bei den kommenden Gemeinderatswahlen wie sie ihn bei den Ständerats- und Natio- nalratswahlen vom letzten Herbst feiern durfte. Mit 19.67 % erreichten die SP-Listen bei den Nationalratswahlen in Wangen gar den ersten Platz. Entsprechend begeistert fiel das Lob der eingeladenen Nationalrätin Bea Heim aus: „Wangen ist einfach eine Super-Sektion“.

JA zur Buchpreisbindung
Die Hauptspeise bildete der anschliessend servierte Fitnessteller, der die zahlreichen Mit- glieder (es hatte fast keine freien Plätze mehr im Saal) fit machte für das eigentliche Dessert: Die Voten der frisch wiedergewählten Nationalrätin, Bea Heim, zu den Abstimmungsvorla- gen. Wären Alex Capus oder Pedro Lenz entdeckt worden, wenn es nicht Verlage gäbe, die auch unbekannte Schriftsteller herausgeben, fragte Heim rhetorisch und ergänzte gleich: „Ihr kennt das immer gleiche Lied der Bürgerlichen, ihr Dogma – alles liberalisieren, deregulie- ren, denn der Markt ist es, der alles regelt“. Die Frage, so Bea Heim, sei nur wie und auf welche Kosten? Als Beispiel nannte Bea Heim die Strommarktliberalisierung, seit ihrer Ein- führung seien die Strompreise im Gegenteil noch gestiegen. Beim Buchmarkt sei es dassel- be gewesen: Die Bestseller wurden billiger, alle anderen Bücher seien teurer geworden.

JA zur Verhinderung der „Zubetonierung“ der Alpen

Nebst dem Ja zur Buchpreisbindung, empfiehl Bea Heim auch ein Ja zur Initiative „Schluss mit uferlosem Bau von Zweit-Wohnungen“. Es gäbe bereits ca. 500’000 Zweit-Wohnungen in den Schweizer Alpen, 8’000 kämen jährlich dazu. Diese stünden die längste Zeit leer, Tou- rismusorte verkämen so zu Geisterstädten, einheimische Familien würden durch die uner- schwinglichen Miet- und Bodenpreise verdrängt, von der Umweltverschmutzung müsse man erst gar nicht reden. Es folgten Ausführungen zu den weiteren Abstimmungsvorlagen, hier
die Empfehlungen in Kürze von Bea Heim: Ja zur Initiative von Travail Suisse „6 Wochen Ferien für alle“, Nein zur „Bauspar-Initiative“, Ja zum Bundesbeschluss zur „Regelung der Geldspiele zugunsten gemeinnütziger Zwecke“.

Der „Neue“ stellte sich vor
Zum Schluss stellt sich der andere, frisch gewählte SP-Nationalrat aus dem oberen Kantons- teil vor, Philip Hadorn. Er betonte insbesondere seine langjährige Erfahrung als Gemeinde- und Kantonsrat, dankte der SP Wangen für die Unterstützung bei den Wahlen und appellier- te an das Publikum, dem Neubau des BBZ in Solothurn unbedingt zuzustimmen. Mit der Übergabe von Rosen und Geschenken durch den Sektionspräsidenten endete dieser span- nende und abwechslungsreiche Dreigänger höchst angenehm. (CWW)




SP vor Ort